Ein Feuerwerk der Fantasie
Aachener Volkszeitung
Ein Feuerwerk der Fantasie
Theater Starter: Auftakt in der Barockfabrik. Gesundes Essen im Mittelpunkt.
Aachen. Madeleines, das sind die kleinen französischen Gebäckstückchen. „Madeleines“ heißt aber auch das kleine, sehr feine Restaurant von Madame Madeleine. Und das (Kinder-) Theaterstück, das jetzt zum Auftakt der Theater-Starter-Saison in der Barockfabrik aufgeführt wurde. […]
Französisches Flair
Schon vor Beginn der Vorstellung sitzen die Kinder aufmerksam und ruhig in den ersten Reihen. Sie betrachten die schnuckelige Kulisse. Restauranttische, Stühle und eine Theke, alles mit französischem Flair. Hier wird gleich Madeleine wirken und wirbeln, denn dieser Beruf ist ihr eine Herzensangelegenheit.
Später erfahren die Kinder, dass dies nicht immer so war. Madeleine musste früher einmal in einer Fabrik schuften. Das spielt Darstellerin Aurélie Thepaut vom Kölner Künstler Theater mit ihren Händen abseits vom Hauptgeschehen, im Lichtkegel eines Spots. Ihre behandschuhten Hände sind die Figuren, ein Süßigkeitenautomat des Restaurants wird zum Fließband, eine Musik lautmalt Maschinen. Es entzündet ein Feuerwerk der Fantasie, was da mit geringen Mitteln auf der Bühne passiert. Die dreijährigen Kinder sitzen wie gebannt, voll konzentriert bis zum Schluss. Kein Mucks, keinerlei Unruhe.
Die Veranstalter des Theater-Starter-Projekts, ein Netzwerk der regionalen Städte, zeigen auch in dieser Saison, welche hoch kreativen Theatergruppen sie kennen und engagieren. Es ist ja viel mehr als nette Unterhaltung, die für Kinder und Jugendliche und außerdem erwachsenentauglich geboten wird.
In „Madeleines“ geht es unter anderem um das Essen und Genießen. Eins scheint bei der Polarisierung von gesundem Essen und Fastfood beinah in Vergessenheit zu geraten: dass Essen wunderbar schmecken kann, wenn es aus frischen Zutaten liebevoll zubereitet und serviert wird.
Monsieur Bulot, eine Riesenhandpuppe mit großem Mund, zeigt im Stück dsen Kindern auf lustige Weise, dass es noch etwas anderes gibt als Hamburger, Fritten und „Blubbs-Spinat“.
In seinem Schlund verschwinden „Königs-Muscheln“, „Pomme Dauphine“ und Hähnchen, gebraten mit Trauben. […]
Am Schluss durften die Kinder dem dicken Monsieur und einem weiteren (Stoff-) Franzosen die Hand geben. Aufregend!



