Freddy Frettchen - Pressestimmen

Ein originäres Theatererlebnis!

Theater Pur, Thomas Linden
“Freddy Frettchen” im Kölner Künstler Theater


"Kinder spüren, daß Chaos zum Leben gehört, nur die Eltern möchten diese Tatsache oftmals nicht akzeptieren. Deshalb gibt es den Herrn Hugo Kuckelkorn (Rupert Schieche), der mit Fliege und Pullunder hinter seinem Schreibtisch im Amt für private Ordnung sitzt und den Eltern Ratschläge gibt, wie sie ihre “unerzogenen” Kinder dazu bringen können, ebenso neurotische Ordnungsfanatiker zu werden, wie er einer ist.
Der Herr Kuckelkorn – dessen Name in Köln sofort Assoziationen zu einem namhaften Beerdigungsinstitut wachruft – hat in allen seinen Lebensbereichen eine Art Friedhofsruhe eingerichtet. Die wird empfindlich gestört, als “Freddy Frettchen” in seinem Büro auftaucht. Schon der Name des kleinen Helden, der einem weißen Wollsack mit Knopfaugen und kleinen Ohren ähnlich sieht, elektrisiert das Kinderpublikum im Kölner Künstler Theater. Hier scheint offenbar ein Serienheld das Licht der Theaterwelt erblickt zu haben. Freddy bringt nicht allein die Aktenstapel in der Behörde durcheinander, sondern kackt dem Herrn Kuckelkorn auch auf den Schreibtisch. Eine Aktion, die die Kinder rückhaltlos fasziniert, zumal Freddy wortlos agiert und die komplexe Welt der Erklärungen und Entschuldigungen gerne dem pedantischen Beamten überläßt.
Georg zum Kley, der das Stück für das eigene Haus schrieb und zugleich Regie führte, kennt die dramaturgischen Kunstgriffe, die man benötigt, um ein Kinderpublikum zu fesseln. “Freddy Frettchen” wendet sich an die Altersgruppe ab drei Jahre, für die es in der so reichhaltigen Kölner Kindertheaterszene nur wenige Angebote gibt. Aber hier sitzen die Theaterbesucher von morgen und die werden mit einem Stück geködert, das zielsicher sein Thema ansteuert und einen kleinen Helden präsentiert, zu dem sich schnell eine emotionale Bindung herstellt.
Georg zum Kley verliert sich nicht in vordergründigen pädagogischen Ambitionen, sondern entfaltet die Inszenierung allein aus dem temperamentvollen Spiel von Rupert Schieche und einem Bühnenzauber, mit dem sich das Kölner Künstler Theater inzwischen schon einen Namen gemacht hat. So beginnen die Aktenordner auf rätselhafte Weise durch den Raum zu irren, ein gigantisches Telefon tanzt auf dem Tisch und die Milchflasche des Herrn Kuckelkorn beginnt geheimnisvoll zu leuchten. Dieses effektvolle Spiel mit den Requisiten reizt clever die poetischen Möglichkeiten der Bühne aus und bietet dem jungen Publikum ein originäres Theatererlebnis, das sich deutlich absetzt von den schnell vergessenen Unterhaltungsangeboten, mit denen heutzutage Fernsehen und Kino aufwarten."